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Die Delphine von Monkey Mia

Über den Brand Highway machen wir uns auf den Weg ins Paradies. Nach Monkey Mia. Hinauf in die Shark Bay, wo sich, der UNESCO sei Dank, nicht alle auf einmal, sondern nur eine limitierte Zahl von Besuchern aufhalten darf. Und das ist gut so. Für ein paar Tage beziehen wir eine Cabin mit Stockbetten, Schrank, Tisch, Stühlen und einer Kochgelegenheit.

Was brauchst Du mehr? Meer, Meer und immer Meer. In Blau. Golden der Sand unter unseren Füßen. Wir sitzen am Strand neben Pelikanen. Der Sonnenuntergang färbt Meer und Himmel Purpur. So etwas habe ich noch nie gesehen. Diese Farben. Sunddowner Cruise heißt das Zauberwort zu dieser Stunde.

Ein Katamaran trägt uns, entlang der Küste, hinein in eine Meereslandschaft aus Pastell. Rotgolden glänzt der Strand. Psychedelic Sounds von Pink Floyd erfüllen den Raum. Den Traum? Träum‘ ich oder erlebe ich das wirklich? Den kommenden Tag können wir kaum erwarten. Der Morgen ist noch jung als wir am Strand eintreffen.

Nach und nach finden sich immer mehr Besucher ein, um auf die Ankunft der Delphine zu warten. Stille liegt über der Landschaft und doch ist die Spannung spürbar auf diese Begegnung, von der zu diesem Zeitpunkt noch keiner weiß, ob sie stattfinden wird. Alle blicken hinaus aufs Meer. Wer wird der Erste sein, der eines dieser wundervollen Meerestiere entdeckt.

Ein Ranger begleitet die Gruppe und erzählt die Geschichte eine Freundschaft zwischen Mensch und Delphin, wie sie schöner nicht sein kann. 70 Jahre oder länger ist es her, dass eine Frau begann die zutraulichen Tiere zu füttern. Seither kehren sie immer wieder zurück. Plötzlich taucht sie auf die erste Flosse und natürlich ist es der Ranger, der sie zuerst entdeckt.

Bis zu den Waden dürfen die Besucher ins Wasser. Langsam nähern sich die Tiere, umkreisen spielerisch die Beine der Besucher. Und plötzlich heißt es „Alle raus aus dem Wasser“. Eine Delphinmutter hat ihr Junges dabei. Gerade mal vier Tage alt.

Die Menschen ziehen sich ans Ufer zurück. So will es der Ranger. Denn, erklärt er, das Immunsystem der Delphine sei längst noch nicht erforscht und es gilt, das Junge vor Keimen zu schützen, die durch die Menschen ins Wasser gelangen könnten. Still und ergriffen beobachten alle die Delphinmutter, die stolz ihr Kleines vorführt. „Was für ein Geschenk“ denke ich und empfinde Demut. Lange noch spielen die Meeressäuger in der Brandung, bis es sie irgendwann wieder hinauszieht in die Tiefen des Indischen Ozeans.

Dankbar für die Zeit, die wir hier verbringen durften, verlassen wir diesen magischen Ort. Mit dem Wissen, dass uns niemand die Erinnerung nehmen kann an die Delphine von Monkey Mia, die es verstehen, uns ein immerwährendes Lächeln ins Herz zu zaubern.

 

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